Optimistisch bleiben

Wer permanent das Schlimmste erwartet, verringert den Spaß im Leben und steht sich auf dem Weg zum Erfolg selbst im Weg. Im schlimmsten Fall macht das krank.
Doch es geht auch anders.

Das Wort Optimismus ist aus dem französischen „optimisme“ entlehnt, was sich aus dem lateinischen „optimus“ ableitet, was „bester“ bedeutet. Es beschreibt eine Lebenseinstellung, in der die Dinge konstruktiv betrachtet werden. Optimismus beschreibt also eine zuversichtliche und lebensbejahende Haltung.

Dem gegenüber steht die pessimistische Weltsicht, also eine Einstellung, die durch negative Erwartungen und Sichtweisen bestimmt wird. Oder wie es Heinz Rühmann mal gesagt hat: „Ein Pessimist ist ein Mensch, der sich über schlechte Erfahrungen freut, weil sie ihm Recht geben.“ Doch solche Freuden können von kurzer Dauer sein. So zeigt eine finnische Studie1 aus dem Jahr 2016 einen Zusammenhang zwischen einer pessimistischen Einstellung und dem erhöhten Risiko, an den Folgen einer koronaren Herzerkrankung zu sterben.

Optimisten sind seltener krank und leben länger

Mehrere Studien belegen die positive Wirkung von Optimismus auf unsere Gesundheit. So veröffentlichten 1985 die beiden Psychologen Michael F. Schleier und Charles S. Carver eine Studie im Fachmagazin Health Psychology, welche bis heute als Grundlage aller weiteren Forschungen auf diesem Gebiet gilt. Darin konnten die Psychologen belegen, dass Optimismus und Pessimismus eine maßgebliche Wirkung sowohl auf die geistige als auch die körperliche Gesundheit haben.

In einem Interview mit dem US-amerikanischen Magazin „The Atlantic“ sagte Schleyer
„Menschen, die positiv denken, haben keine naive Weltanschauung. Sie sind Problemlöser, die versuchen eine Situation zu verbessern. Und wenn sie nicht zu ändern ist, sind sie eher als Pessimisten in der Lage, die Realität zu akzeptieren und weiterzumachen.“

Eine Studie2 der Harvard T.H. Chan School of Public Health aus dem Jahre 2016 belegte, wie positive Gedanken den Körper beeinflussen. Es wurde herausgefunden, dass Frauen, die eine optimistische Lebenseinstellung haben, ein geringeres Risiko aufweisen, an Krebs, koronaren Herzerkrankungen zu sterben oder an Schlaganfall, Erkrankungen der Atemwege oder Infektionen. Die Biologin Hilary Tiindle, von der University of Pittsburgh kam zu den gleichen Ergebnissen.3

Optimismus wirkt sich also nicht nur auf das Denken aus, sondern nachweislich auf unsere Gesundheit.

Was Optimismus nicht ist

Fahrlässig hingegen ist es, mit einer rosaroten Brille durchs Leben zu laufen und alles Negative auszublenden. Alles schön zu reden, ist kein Optimismus, sondern Naivität, was sich nachhaltig negativ auswirken kann. Optimismus bedeutet daher auch, die Umstände so zu akzeptieren, wie sie sind; jedoch gleichzeitig der Überzeugung zu sein, dass diese Umstände nicht von Dauer sind. Optimismus enthält zudem die Überzeugung, dass es für jedes Problem eine Lösung gibt. Lösungsorientiertes Denken wiederum ist die Basis für eine Weiterentwicklung.

Es liegt daher in unserer Hand oder besser in unserem Kopf, welche Denkweise wir für uns bevorzugen, denn Optimismus ist trainierbar.

Optimismus trainieren

Hier zwei Tipps, wie Optimismus geübt werden kann:

1. Negative Gedankenmuster erkennen

Ein Aspekt ist es, Gefühle zu erkennen und bewusst wahrzunehmen. Bemerken Sie negative Gedanken, steuern Sie aktiv dagegen. Sobald Sie sich bewusst werden, dass Sie in pessimistische Denkmuster verfallen, nutzen Sie die Kraft einer individuellen Metapher. Denken Sie gezielt an etwas Schönes. Hilfreich kann es sein, sich dafür eine Positiv-Liste* anzufertigen.

2. Positiv sprechen

Während es im ersten Tipp um das Denken geht, geht es hier um das Sprechen. Unsere Worte sind manifestierte Gedanken. Verwenden Sie daher positive Formulierungen. Ein Beispiel: Statt zu sagen, was Sie nicht wollen, formulieren Sie, was Sie wollen. Also nicht „Ich will mich nicht streiten oder ärgern“ sondern „Ich bleibe ruhig und finde eine Lösung.“

Seminartipp:

Das Thema „Optimismus“ wird ausführlich in folgenden Seminaren und Trainings behandelt:

  • Power up your life! 
  • Selber denken macht schlau.

1 https://bmcpublichealth.biomedcentral.com/articles/10.1186/s12889-016-3764-8

2 https://academic.oup.com/aje/article/185/1/21/2631298

3 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19667234

*in eine Positiv-Liste tragen Sie Personen ein, die Ihnen viel bedeuten und/oder Aktivitäten, die Ihnen Freude bereiten.

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