Shaolin Coaching – Kommunikations-Modell

Die Art und Weise, wie wir mit unserer Umwelt kommunizieren, wirkt sich direkt auf unser Empfinden im Alltag aus. Worte können verletzen, aber auch Trost spenden und aufbauen. Der österreichisch-amerikanische Kommunikationswissenschaftler und Psychotherapeut Paul Watzlawick stellte fest, dass man nicht nicht kommunizieren kann. Die Kommunikation hat daher in jedem Coaching einen besonderen Stellenwert.

In unserer Kommunikation spiegelt sich unsere Denkweise wider. Wir rufen durch unsere Art zu kommunizieren positive wie negative Emotionen hervor, sowohl bei uns als auch bei unseren Gesprächspartnern. Dies tun wir nicht nur im Gespräch mit jemandem, sondern auch, wenn wir mit uns selbst kommunizieren. Wichtig ist daher, dass wir aufklärend oder informativ kommunizieren und keine Missverständnisse erzeugen.
Dazu müssen wir wissen, dass wir kommuniziertes ergänzen im Rahmen unserer Erfahrungen und Filter. Das heißt, wir interpretieren gemäß unserer Konditionierungen, unserer Glaubenssätze und Meta-Programme.

Natürlich kann man nicht endlos lange kommunizieren, um jeden Punkt haarklein zu erläutern. Daher ist es wichtig auf sogenannte Schlüsselinformationen zu achten: Mimik und Körpersprache. Für unser Training im Shaolin Coaching teilen wir in destruktives und konstruktives Kommunizieren, um klar herauszustellen, wie die jeweilige Kommunikation wirkt.

Destruktiv kommunizieren

Destruktiv zu kommunizieren, führt zu Problemen, Ärger und einem Gefühl des Unglücklichseins. Sie entzweit und bringt uns im Leben nicht weiter, hilft langfristig weder uns noch anderen Menschen. Sie ist ein sicheres Zeichen für Kontrollverlust.

Eine destruktive Kommunikation kennzeichnet sich unter anderem dadurch, dass der Anwender lieber redet als zuhört. Er hört nicht, was sein Gesprächspartner sagt, sondern nur, was er hören will. Er nimmt die Worte des anderen und biegt sie so hin, dass sie zu seiner Meinung passen. Auch wird er seinem Gegenüber ständig ins Wort fallen und nicht auf dessen Argumente und Fragen eingehen. Für einen destruktiven Redner gleicht Kommunikation einer Schlacht, in der es darum geht, den anderen zu besiegen.

Beispiele für eine destruktive Kommunikation findet man in diversen Polit-Talks im Fernsehen.

Im Shaolin Coaching definieren wir vier Punkte der destruktiven Kommunikation:

● Unwahre Rede
● Herzlose Rede
● Spaltende Rede
● Leere Rede

Unwahre Rede

Unwahre Rede ist alles, was andere in irgendeiner Weise täuscht, das beginnt bei der Lüge und geht bis zum Betrug. Gelogen wird unter anderem aus Angst, Scham, Unsicherheit oder Gier. Laut dem Psychologen Gerald Jellison von der Universität von South Carolina lügen Menschen aus vier Kernmotiven heraus:

● um Ärger zu vermeiden
● um das Leben bequemer zu gestalten
● um geliebt zu werden
● aus Faulheit

Lügen ist fast schon gesellschaftsfähig geworden und das nicht nur im kleinen zwischenmenschlichen Kreis. Beispielsweise in der Politik: 2003 haben die Regierungen der USA und Großbritannien behauptet, der Irak verfüge über Massenvernichtungswaffen. Einzig aus dem Wahn heraus, einen Krieg zu rechtfertigen.

Werbeversprechen sind häufig auch nichts anderes als Verschleierungen und Lügen. Beispiele können bei Foodwatch gelesen werden.

Häufig wird auch aus Höflichkeit gelogen. Doch Lügen und Höflichkeit gehen nicht zusammen. Auch wenn die Wahrheit unangenehm ist, sollte man sie sagen. Es ist eine Frage der Verpackung.

Herzlose Rede

Zur herzlosen Rede zählen wir Gemeinheiten, bösartige Kommentare, Beleidigungen und das Anschreien anderer Menschen. Auch Schimpfwörter und eine vulgäre Ausdrucksweise fallen hier rein. Oft sind wir anderen gegenüber nicht absichtlich gemein, sondern nur aus Unachtsamkeit. Das macht es zwar nicht besser. Es zeigt jedoch, dass wir während der Kommunikation mit unserer Aufmerksamkeit ganz woanders sind.

Jemand, der sich nicht unter Kontrolle hat, neigt beispielsweise dazu, loszubrüllen oder hässliche Dinge zu sagen, nur mit der Absicht, sein Gegenüber dadurch zu verletzen. In diesem Moment fühlt er sich vermeintlich gut, jedoch wird dieses Verhalten in der Zukunft keine Früchte tragen. Solche Menschen werden gemieden und man begegnet ihnen mit Misstrauen.

Herzlose Rede findet man, wenn man mit anderen kommuniziert und auch in der Art und Weise wie man mit sich selbst kommuniziert. Wenn wir uns beispielsweise selbst als dumm bezeichnen.

Spaltende Rede

Mit spaltender Rede ist all das gemeint, was Menschen entzweit oder Zwietracht säht, beispielsweise durch das Streuen von Gerüchten oder Rufschädigung.

Ein Beispiel für eine spaltende Rede ist die Polemik. Diese ist dadurch gekennzeichnet, dass sie häufig auf scharfe Äußerungen und auch persönliche Angriffe setzt, anstatt auf Argumente.
Für Polemik kann man auch wieder Beispiele aus der Politik heranziehen: „Wir Deutschen, also unser Volk, sind das einzige Volk der Welt, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat.“, sagte vor nicht all zu langer Zeit Björn Höcke über das Berliner Holocaust-Denkmal.

Leere Rede

Mit leerer Rede ist Klatsch und Tratsch gemeint, also völlig sinnfreies Gerede. Sinnfrei deshalb, weil es nicht zur Aufklärung beiträgt, belanglos ist.

Um sicher herauszufinden, ob das, was wir sagen wollen, leere Rede ist, bieten sich die sogenannten drei Siebe des Sokrates an. Dazu stellt man sich drei Fragen:

1. Ist es wahr?
2. Ist es gut?
3. Ist es wichtig und notwendig?

Kann man keine der Fragen mit Ja beantworten, so ist es leere Rede und wir sollten besser schweigen.

Statue des Sokrates in Athen

Konstruktiv kommunizieren

Eine konstruktive Kommunikation vermeidet Missverständnisse und ist interessiert daran, selbige sofort aufzulösen. Eine konstruktive Kommunikation dient dazu, das Selbstbild positiv zu gestalten, ist bemüht, anderen Menschen zu helfen, in dem Rahmen, in dem sie es zulassen. Sie vermeidet die vier Aspekte der destruktiven Kommunikation und versucht, sie immer ins positive zu wandeln. Sie fördert Hilfsbereitschaft, Vertrauen, Toleranz, Verständnis und Liebe. Konstruktiv zu kommunizieren bedeutet auch, dass wir lernen, uns zu kontrollieren.

Selbstverständlich gelingt konstruktive Kommunikation nicht auf Anhieb, sondern muss immer wieder geübt werden. Das Gute daran: Wir können sie permanent in unserem Alltag üben, bis wir gar nicht mehr anders können als konstruktiv zu kommunizieren. Es ist daher auch wichtig, liebevoll mit sich selbst zu kommunizieren.

Eine konstruktiver Kommunikationspartner zeichnet sich dadurch aus, dass er mehr zuhört und weniger selbst redet. Er versucht, die Perspektiven seines Gesprächspartners einzunehmen und diese zu verstehen. Er ist daher auch immer wertschätzend. Dem Gesprächspartner wird seine Sichtweise zugestanden, auch wenn sie der eigenen widerspricht.

Dem konstruktiven Kommunikationspartner liegt etwas am harmonischen Wechsel, bei dem es weder Sieger noch Verlierer gibt. Diese Art zu kommunizieren, hinterlässt nur Gewinner. Selbst dann, wenn man danach immer noch geteilter Meinung ist. Sie gibt jedem Partner das Recht auf seine eigene Meinung. Konstruktive Kommunikation sucht den Konsens auch bei geteilter Meinung. Denn irgendwo gibt es fast immer einen Schnittpunkt, den kleinsten gemeinsamen Nenner. Den gilt es zu finden. Sollte es diesen nicht geben, einigt man sich darauf, sich nicht einigen zu können.

 

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