Die zwei heilenden Schlüssel des Shaolin Coaching Teil 1 – Humor und Lachen

Im Shaolin Coaching unterscheiden wir die so genannten 5 Core – und die 2 Heal Keys. Die Core Keys sind die Schlüssel zu unserer Persönlichkeit. Haben wir diese in unserem Leben umgesetzt, sind wir in unserer Mitte.
Manchmal haben unsere Erfahrungen jedoch auch schmerzhafte Spuren hinterlassen, die die 5 Core Keys zwar offen legen, aber nicht beseitigen können. Hierfür gibt es die 2 Heal Keys. Diese beiden Schlüssel sind die heilsamsten Emotionen über die der Mensch verfügt, nämlich Humor und Liebe.

„Lachen ist die beste Medizin“ – was wie eine Binsenweisheit klingt, hat mittlerweile die moderne Wissenschaft bestätigt. Es gibt seit Mitte des letzten Jahrhunderts einen eigenen Wissenschaftszweig, der sich ausschließlich mit den Auswirkungen des Lachens auf Körper und Geist beschäftigt, die Gelotologie (von griech. gélōs „Lachen“). Denn: „Lachen ist gesund“.

Anfang 1950 gründete  Prof. William Fry in Kalifornien das Institut für Humorforschung und kam durch seine Forschung zu bahnbrechenden Ergebnissen. Unter anderem fand er heraus, dass 20 Sekunden herzhaftes Lachen die gleiche Wirkung auf den Organismus haben wie 3 Minuten Joggen. An einem herzhaften Lachen sind ca. 100 Muskeln beteiligt, 17 davon im Gesicht.

Humor ist die Begabung eines Menschen, der Unzulänglichkeit der Welt und der Menschen, den alltäglichen Schwierigkeiten und Missgeschicken mit heiterer Gelassenheit zu begegnen. Diese engere Auffassung ist in der sprichwörtlichen Wendung Humor ist, wenn man trotzdem lacht ausgedrückt, die dem deutschen Schriftsteller Otto Julius Bierbaum (1865–1910) zugeschrieben wird.

In einer weiteren Auffassung werden aber auch jene Personen als humorvoll bezeichnet, die andere Menschen zum Lachen bringen oder selbst auffällig häufig lustige Aspekte einer Situation zum Ausdruck bringen.“ (Wikipedia, 01.02.2017, 11:48 Uhr)

Gesundheitssystem Lachen

Während Kinder noch bis zu 400 Mal am Tag lachen. kommen die meisten Erwachsenen nur noch auf 15 Mal am Tag. Eine, im wahrsten Sinne des Wortes traurige Tatsache. Nicht nur, dass ein Leben ohne Lachen ein sehr trübsinniges ist, man verschenkt ungenutzt ein einfaches und angenehmes Mittel zur Unterstützung eines langen und gesunden Lebens.

Lachen ist nichts anderes als Atmen, wobei einerseits in mehreren schnell aufeinander folgenden Atemstößen ausgeatmet wird, was die typischen Laute hervorbringt, die Lachgeräusche. Das Einatmen andererseits geschieht in einem einzigen tiefen Atemzug. Durch diese Atemweise wird der Gasaustausch sowie die Ventilation verbessert, da die Lunge bei einem herzhaften Lachen drei- bis viermal so viel Sauerstoff aufnimmt als normal. Der Herzrhythmus wird erhöht, wodurch mehr sauerstoffreiches Blut durch den Körper gepumpt wird. Die Organe werden mit mehr Sauerstoff versorgt, was wiederum den Stoffwechsel anregt.
Zum Ende des Lachens kommt der Organismus in eine Beruhigungsphase. Dabei weiten sich die Arterien, die Herzfrequenz nimmt ab und der Blutdruck sinkt. Die Universität von Maryland/USA hat herausgefunden, dass fünfzehn Minuten Lachen am Tag das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko deutlich senkt. Die Japan Epidemiological Association kam zu einem vergleichbaren Ergebnis.

Humorale Funktion des Humors

Dieses kleine Wortspiel soll zu den Auswirkungen des Lachens auf den menschlichen Hormonhaushalt hinführen. Mit „Humoral“ bezeichnet die Medizin zwei Funktionen:

  1. „das Hormon betreffend“ oder „mittels eines Hormons vermittelt“
  2.  die „humorale Abwehr“ (gemeint sind damit die nicht zellulären Anteile des Immunsystems, z. B. die Immunglobuline).

Durch das Lachen setzt das Gehirn Endorphine und Serotonin frei, die sogenannten Glückshormone. Dadurch werden gleichzeitig Stresshormone, wie Adrenalin und Cortisol, abgebaut – Freudehormone fressen Kampfhormone. In der Folge steigt nicht nur unser Wohlbefinden, sondern auch die Unterstützung der Heilungsprozesse im Körper.

Regelmäßiges Lachen steigert zudem die Stressresilienz, die Fähigkeit auf wechselnde Lebenssituationen und Anforderungen flexibel und angemessen zu reagieren und an stressreichen und oder frustrierenden Situationen keine psychischen Schäden zu nehmen.

Auch das Immunsystem profitiert von regelmäßigem Lachen. So haben Forscher herausgefunden, dass Lachen die Anzahl der Killerzellen im Organismus erhöht. Diese Zellen spielen eine wichtige Rolle in der Immunabwehr, da sie Viren und sogar Krebszellen „auffressen“. Ebenso erhöhen sich die Immunglobuline, Eiweißkörper, die gegen Viren und Bakterien kämpfen und z. B. Infektionen bei einer Verletzung verhindern können.

Killerzellen greifen eine Krebszelle an

Lachen heilt

Die Medizin hat die heilende Wirkung des Lachens erkannt und wendet sie dementsprechend in der Therapie an. Kardiologen nutzen die Blutdrucksenkende Wirkung des Lachens beispielsweise, um bei Herzinfarktpatienten das Folgerisiko zu minimieren. Schmerzpatienten werden mit einer „Lachtherapie“ behandelt, die dazu führt, dass sie nach nur wenigen Minuten Lachen über mehrere Stunden hinweg eine deutliche Linderung erfahren. Auch bei psychischen (z. B. Depressionen) und psychosomatischen (z. B. Neurodermitis) Erkrankungen wird Lachen bereits erfolgreich eingesetzt.

Klinik-Clown

Das beste Beispiel für die heilende Wirkung des Lachens dürfte wohl der US-amerikanische Journalist Norman Cousins sein. Dieser erkrankte Anfang der siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts an Spondylarthritis. Eine sehr schmerzhafte Krankheit, in Form einer chronischen Entzündung der Wirbelsäule mit sehr schlechter Prognose. Cousins beschreibt in seinem Buch „Der Arzt in uns selbst“, wie er durch Lachen seine Krankheit bezwingen konnte.

Fazit

Lachen ist und Lachen macht gesund. Außerdem macht es viel Spaß. Und wie sehr im Leben wird vieles besser, wenn man es mit anderen macht. Wir setzen Humor im Shaolin Coaching ein, um zu entspannen und um sogenannte „Lachbrücken*“ zu unseren Mitmenschen zu bauen. Lächeln Sie mal jemanden an, den Sie nicht kennen. Lächelt die Person zurück, haben Sie gerade erfolgreich eine Lachbrücke gebaut. Erwidert die Person dies nicht, wünschen Sie ihr in Gedanken alles Gute, denn sie scheint es nötig zu haben.

Weiterführende Informationen

  • Text über Norman Cousins
  • Rund ums Lachen
  • Stiftung „Humor hilft heilen“.
    „Die Stiftung [ …] hat es sich zum Ziel gesetzt, therapeutisches Lachen zu fördern […].“ Dazu ziehen sogenannte Klinikclowns, die meist über einen medizinischen Hintergrund verfügen, durch Krankenhäuser, Kinderkliniken, Altenheimen und Reha-Zentren, um dort die heilende Wirkung des Lachens zu nutzen. Ins Leben gerufen wurde diese Stiftung 2008 von dem Arzt und Kabarettisten Dr. Eckart von Hirschhausen.

*Vielen Dank an meine Schülerin Lena, ohne die es den Begriff der „Lachbrücke“ nicht geben würde.

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