Glaub doch was du willst – Glaubenssätze Teil 1

Wir alle haben Überzeugungen, Meinungen und Einstellungen. Egal, wie wir das Kind nennen, sie bilden unsere Glaubenssätze. Unsere Glaubenssätze entstehen unbewusst, aus der Erfahrung heraus und äußern sich als sprachliche Manifestation unserer Denkprozesse. Besonders, weil sie unbewusst ablaufen, sind sie für uns schwer erkennbar – außer wir achten gezielt darauf.

„Frauen können nicht Auto fahren!“ „Männer sind Schweine!“ „So etwas macht man nicht!“ – Glaubenssätze bestimmen unsere Wahrnehmung und filtern alle Informationen, die wir über unsere fünf Sinne aufnehmen. Ihr Einfluss geht noch weiter, denn sie können sogar unsere Körperfunktionen beeinflussen. Sind unsere Glaubenssätze fest in unserem Denken verankert, sind wir nicht mehr zugänglich für die Realität, da wir nur gemäß unserer Glaubenssätze (und Meta-Programme) wahrnehmen und interpretieren.

Fast jede Methode bzw. fast jeder Coach hat seine eigene Gewichtung bei der Kategorisierung von Glaubenssätzen. Im Shaolin Coaching haben wir uns für eine Einteilung in folgende drei Kategorien entschieden:

1. Persönlichkeitsbezogene Glaubenssätze
2. Ursachenbezogene Glaubenssätze
3. Bedeutungsbezogene Glaubenssätze

Persönlichkeitsbezogene Glaubenssätze

Diese Form der Glaubenssätze bezieht sich auf das Individuum selbst. Es sind Sätze wie „Das verdiene ich nicht!“, „Nie mache ich etwas richtig!“, „Das schaffe ich nicht!“ oder „Ich bin wertlos!“. Diese Glaubenssätze können besonders tief sitzen, falls sie bereits in der Kindheit „eingepflanzt“ wurden und diese sogenannten Konditionen eine Weiterentwicklung schwer bis teilweise unmöglich machen.
Wenn ein Kind von seinen Eltern beispielsweise immer wieder zu hören bekommt, dass aus ihm eh mal nichts anständiges wird, so wird sich das tief in das Bewusstsein des Kindes einbrennen und noch im Erwachsenenalter zu Minderwertigkeitskomplexen führen.
Es kann spannend aber auch schmerzhaft sein, diesen Glaubenssätzen auf die Spur zu kommen. Hat man sie jedoch entdeckt, ist der erste Schritt hin zu ihrer Auflösung getan.

Ursachenbezogene Glaubenssätze

Diese Glaubenssätze sind nicht so dramatisch wie die der ersten Kategorie. Man  könnte sie als selbst erfüllende Prophezeiungen bezeichnen. Hier geht es um Sätze wie: „Ich gerate immer an den Falschen.“, „Ich hab noch nie erlebt, dass ….“, „Das passiert mir immer, wenn ….“. Die Schwierigkeit bei der Beseitigung dieser Glaubenssätze wird ebenso wie in der ersten Kategorie davon beeinflusst, wie fest diese Glaubenssätze bereits im Denken verankert sind. Je fester die Verankerung ist, desto mehr kann es zur Verdrehung der Wahrheit führen, nur um am Glaubenssatz festhalten zu können. Erfahrungen können sich dabei so fest in der Psyche festsetzen, dass mit reiner Logik und kognitivem Sachverstand nicht mehr beizukommen ist.

Welche grotesken Züge das annehmen kann, zeigt folgende kleine Geschichte: Ein Mann glaubt, er sei eine Leiche. Er sitzt beim Psychiater und beide reden darüber, ob der Mann eine Leiche sei oder nicht. Plötzlich hat der Psychiater eine Idee. Er fragt den Mann, ob Leichen bluten können. Der Mann verneint die Frage mit der Begründung, dass bei einer Leiche ja alle Körperfunktionen zum Stillstand kommen. Daraufhin sticht der Psychiater den Mann mit einer Nadel in den Finger. Natürlich beginnt die Einstichstelle zu bluten. Wer jetzt vermutet, das Problem wäre gelöst, irrt. So einfach ist die Psyche nicht zu kurieren. Wie geht es also weiter? Nun, der Mann sieht das Blut aus seinem Finger laufen und meint: „Oh, da habe ich mich wohl geirrt. Leichen können doch bluten.“ Eine zugegebenermaßen etwas krude Geschichte, die auch schon zur nächsten Kategorie von Glaubenssätzen führt.

Bedeutungsbezogene Glaubenssätze

Ereignisse bewerten wir meistens hinsichtlich unserer Glaubenssätze und geben ihnen damit bestimmte Bedeutungen. In diese dritten Kategorie lassen sich – allerdings nicht ausschließlich – besonders jene Glaubenssätze eingliedern, welche durch die Religionen verursacht werden.
Hier fallen dann beispielhaft folgende Sätze: „Ich bin krank, weil ich ein schlechter Mensch bin oder gesündigt habe.“, „Ich habe es verdient, krank zu sein, weil ….“ oder „Meine Situation ist eine Strafe für ….“
Ein eigenverantwortliches Leben ist so nicht möglich. Bei einigen Menschen kommt es mir so vor, als würden sie diesen Zustand sogar noch genießen. Denn eins muss man zugeben. Sie sind frei von jeglicher Verantwortung und können alles, was ihnen widerfährt auf Gott abwälzen.

Nachdem ich hier im ersten Teil die Glaubenssätzen grundsätzlich vorgestellt habe, beschäftige ich mich im zweiten Teil mit den Wirkungen und Auswirkungen auf Leben und Wohlbefinden.

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